Fotoclub Ried

13-07-2011

Druckertest: EPSON Stylus Photo R2000

Installieren, drucken, staunen.So könnte man in drei Worten den Druckertest zusammenfassen, den der Fotoclub Ried e.V. im Juli 2011 in Zusammenarbeit mit EPSON und dem Deutschen Verband für Fotografie e.V. (DVF) durchführte.

Aber wir möchten unseren Eindruck von diesem Drucker schon ein wenig ausführlicher wiedergeben. Also schön der Reihe nach. Der DVF und EPSON Deutschland schrieben im DVF-Journal eine Testaktion aus, bei der drei DVF-Fotoclubs den neuen Fotodrucker EPSON STYLUS PHOTO R2000 testen konnten. Wir haben uns umgehend per Mail beworben und dann ging alles ganz schnell. Nur eine Stunde später teilte uns Herr Tobias, der Pressereferent des DVF, schon mit, dass wir die ersten seien, die den Drucker testen dürfen. Vier Tage später brachte der Paketbote einen großen Karton. Als dann einen Tag später noch das Papier (DIN A4 und A3+) geliefert wurde, konnte es los gehen.

Über den Drucker

EPSON gibt folgende Leistungsmerkmale an:

  • Hochwertige Hochglanz- und Fine-Art-Drucke bis zum Format A3+
  • Epson UltraChrome HiGloss2-Tinte ermöglicht Ausdrucke mit einheitlich glänzender Oberfläche
  • Tintenpatronen mit hoher Reichweite (17 ml Inhalt)
  • Bedruckt eine breite Auswahl an Druckmedien: Hochglanz-, Matt- und Fine-Art-Papier
  • Flexibles Medienmanagement: druckt auch auf strukturiertem und Fine-Art-Papier, Druck auf Blattware und Rolle,
  • CDs und DVDs
  • Wi-Fi-, Ethernet- und USB-Schnittstelle
  • Direktdruck von Kameras mit PictBridge-Funktion möglich
  • Variable Tröpfchengröße ab 1,5 pl für feinste Abstufungen
  • Tintenmischfunktion verhindert ein Absetzen der Tinte und gewährleistet so eine präzise Farbwiedergabe
  • Druckauflösung 5.760 dpi

Als Ladenpreis werden ca. 500 Euro angegeben.

Die Installation und die Inbetriebnahme

Der R2000 ist alleine schon von seinen Gehäusemaßen (62,2 cm x 32,4cm x 21,9 cm bei einem Gewicht von ca. 12,5 kg) her ein stattliches Gerät. Im Karton befand sich alles was zum Drucker gehören sollte, also die Software und die Handbücher auf CD sowie eine gedruckte Installationsanleitung, zwei Halter für Rollenpapier, eine Manuelle Führung für dickes Papier sowie ein Satz Tintenpatronen. Ein USB-Kabel gehört allerdings nicht zum vorgesehen Lieferumfang.

Der Drucker war sicher verpackt und alle beweglichen Teile waren mit Klebeband gesichert. Dank der klaren, in Papierform vorliegenden Kurzanleitung klappten der Aufbau und die Installation des Druckers schnell und sicher.

Nun also schnell Photoshop gestartet, ein Bild ausgewählt und gedruckt. Fertig.

Der Druckprozess

Wir druckten überwiegend aus Photoshop CS4, Photoshop Elements 9 und Adobe Lightroom 3.4 heraus. Außerdem haben wir das mitgelieferte Program Epson Easy Photo Print und die PictBridge-Funktion angetestet.

Das Einlegen des Papiers in den automatischen Papiereinzug geht einfach und die Papierführungsschiene lässt sich leicht an die jeweilige Papierbreite anpassen. Der Drucker zieht das Papier ohne weiteres Zutun durch den Anwender selbsttätig ein.

Rollenpapier oder dickeres Papier (z.B. FineArt-Papiere, bei EPSON ‚Kunstmedien‘ genannt) hat der Drucker auf der Rückseite eine gesonderte Zuführung. Für FineArt-Papiere ist hier eine Führungsschiene einzuhängen. Dies ist mit wenigen Hangriffen schnell und einfach erledigt. Das Einlegen des Papiers ist ebenfalls problemlos. Es muss nur darauf geachtet werden, dass das Papier auch wirklich bis zum Anschlag eingeschoben wurde, weil der Einzug sonst das Papier nicht greifen kann. Für Rollenpapiere sind statt der Führungsschiene Rollenhalter anzubringen. Dies können wir jedoch nicht bewerten, da wir den Druck mit Rollenpapier nicht testeten.

Das Drucken selbst geht schnell und leise von statten. Dabei steht der Drucker fest und ohne den Tisch oder Unterschrank in Schwingungen zu versetzen.

Schnell und einfach Drucken

Eine besonders einfache und schnelle Möglichkeit zum Drucken von Fotos bietet der R2000 über die PictBridge-Schnittstelle. Dies ist ein USB-Anschluss, an dem eine PictBridge-kompatible Kamera angeschlossen werden kann. Damit ist es möglich, in der Kamera ein oder mehrere Bilder auszuwählen und anzugeben, wie viele Fotos auf eine Seite und wie viele Kopien gedruckt werden sollen. Bei dieser schnellen und einfachen Druckvariante werden keine besonderen Eingriffsmöglichkeiten angeboten. Dies ist aber zu verschmerzen, stellt PictBridge für die Zielgruppe des R2000 vermutlich ohnehin nur ein zusätzliches Gimmick dar.

Etwas öfter dürfte wohl das mitgelieferte Druckprogramm Epson Easy Photo Print in Einsatz kommen. Damit lassen sich sehr einfach Fotos auf dem Rechner aussuchen und entsprechend einem auszuwählenden Seitenlayout ausdrucken. Das Programm bietet einige Einstellmöglichkeiten und so ist auch ein Zugriff auf den Druckertreiber möglich.

Mit beiden Varianten kamen wir sehr flott zu durchaus guten Ausdrucken, die aber in beiden Fällen sehr gesättigte Farben aufwiesen. Wenigstens bei Easy Photo Print besteht vermutlich die Möglichkeit, hier noch Anpassungen vorzunehmen. Doch haben wir die Möglichkeiten, die das Programm bietet, mangels Zeit nicht ausgetestet.

Der Patronenwechsel und die Tintenreichweite

Die Tintenpatronen lassen sich mühelos wechseln. Da die Patronen sowie die zugehörigen Steckplätze im Druckkopf klar und eindeutig beschriftet sind, sollte es hier auch zu keinen Fehlbestückungen kommen.

Der Drucker warnt (früh-)zeitig, wenn eine Tintenpatrone nahezu leer ist. Das ist natürlich ein wichtiger Hinweis, denn es ist natürlich ärgerlich, wenn der Tintenvorrat für einen anstehenden Druck nicht mehr ausreicht und am Ende gar mitten Druck die Patrone alle ist. Wir haben bei unserem Test die Warnung ignoriert und gewartet, bis der Drucker eine leere Patrone meldete. Es zeigte sich dabei, dass – je nach Farbintensität des Motivs – durchaus auch noch ein oder mehrere große Drucke möglich sind. Ein sofortiger Wechsel der Patrone beim ersten Einblenden der Füllstandswarnung ist sicherlich in den meisten Fällen nicht notwendig. Hier kann der erfahrene Anwender die Reichweite der Tine ausreizen.

Für den Anwender ist es jedenfalls positiv, dass Epson das Fassungsvermögen der Patronen erhöhte und diese nun mit 17 ml Tinte gegenüber 11,4 ml beim Vorgängermodell gefüllt sind.

Ein Satz Tintenpatronen kostet derzeit etwa 105 Euro. Bezogen auf einen Milliliter (ml) Farbe liegt der R2000 beim Tintenpreis mit ca. 0,83 EUR/ml etwa auf dem Niveau wie der R1900 und deutlich unter dem R2400 (0,94 EUR/ml) aber über dem R3000 (0,79 EUR/ml). Größere Drucker wie der R3800 sind mit etwa 0,56 EUR/ml deutlich günstiger. Doch schlägt hier das größere Volumen der Patronen (80ml) dann doch deutlich zu Buche und ein kompletter Tintensatz kommt mit etwa 440 Euro fast an den Preis des R2000 heran! (Alle Preisangaben beziehen sich aktuelle Preise auf www.tonermonster.de.)

Die Druckreichweite ließ sich bei diesem Test übrigens nicht realistisch bewerten, da zum einen beim ersten Patronensatz ein Teil der Tinte benötigt wird, um den Druckkopf zu befüllen und somit als Betriebsbestand im System verbleibt. Zum anderen müsste ein enormer Aufwand betrieben werden, den wir im Rahmen dieses Tests nicht hätten erbringen können. Anzeichen für einen überdurchschnittlichen Tintenverbrauch haben wir jedenfalls keine.

Die Druckergebnisse

Druckertest Als Druckmedium kam zunächst das mitgelieferte EPSON Photo Glossy-Papier in den Formaten DIN A4 und A3+ zum Einsatz. Beim Drucken zogen wir üblicherweise die von Epson bei der Installation bereitgestellten ICM-Profile heran. Dank seiner hohen Druckauflösung liefert der R2000 ausgezeichnete Prints mit satten Farben, die auch bei einfarbigen Flächen voll und gleichmäßig decken. Mit dem bloßen Augen ist nicht zu erkennen, dass die Prints aus dem häuslichen Arbeitszimmer und nicht aus dem Labor kommen. Die Ergebnisse waren sowohl für Farb- als auch für Schwarzweißdrucke von sehr hohem Niveau. Vergleichbare Ergebnisse verzeichneten wir auch beim Druck auf Tecco Glossy Ultra White, obwohl hierfür kein eigenes ICM-Profil zur Verfügung stand.

Ebenfalls hervorragende Prints erhielten wir beim Drucken von Schwarzweiß-Portraits auf Hahnemühle Photo Rag. Da Hah-nemühle derzeit keine Profile für den R2000 anbietet, zogen wir hier das von Epson mitgelieferte Profil für das EPSON Ultra Smooth FineArt Papier heran.

Seine Praxistauglichkeit bewies der Drucker übrigens umgehend. Schon gleich nach dem ersten Test wurde ein Teil der Prints bei einem DVF-Bezirkswettbewerb eingeliefert, so dass wir uns von der Druckqualität auch im Vergleich mit anderen Fotos überzeugen konnten. Passenderweise war zudem eine kleine Themenausstellung des Fotoclubs Ried zu bestücken und wir verließen uns nur zu gerne auf die überzeugende Druckqualität des R2000.

Aufgetretene Probleme und Einschränkungen

Bei einem Print auf A3+ druckte der R2000 nur einen ca. 4 cm breiten Streifen des Bildes. Wir aktivierten daraufhin bei den nachfolgenden Prints im Druckertreiber stets die Option „Druckvorschau“. Dabei zeigte sich, dass der Fehler hier nicht beim Drucker selbst lag, sondern schon bei der Druckausgabe nur ein Teilbereich an den Drucker geschickt werden sollte. Im Extremfall blieb die Druckausgabe ganz weiß. Da das Problem nun aber schon in der Druckvorschau sichtbar war, konnten wir so eine Menge an Fehldrucken einsparen. Die Ursache für dieses Verhalten erschloss sich uns nicht sofort. Es trat aber ausschließlich in CS4 auf und steht möglicherweise im Zusammenhang mit fehlerhaften Vorgaben für die Bildmaße. Beim Drucken aus PSE bzw. Lightroom konnten wir dieses Verhalten nicht feststellen. (Ergänzung: Nach Abschluss dieses Tests konnten wir diese Beobachtung auch bei einem anderen Drucker und auch beim Drucken aus Lightroom heraus fetsstellen. Somit ist der EPSON-Treiber vermutlich nicht als Verursacher anzusehen.)

Einen weiteren Stolperstein stellte anfangs das randlose Drucken dar: Um ein Bild optimal für die Präsentation in einem Passepartout vorzubereiten, rechnen wir die Größe des Bildes auf den verfügbaren Passepartout-Ausschnitt so um, dass das Bild auf allen Seiten jeweils etwa vier Millimeter größer ist als der Passepartout-Ausschnitt. Anschließend vergrößern wir die Leinwand mit einem umlaufenden weißen Rand auf das vorgesehene Papierformat – entsprechend den vom Druckdienstleister gemachten Vorgaben. So verhindern wir falsche Beschnitte oder weiße Ränder an der falschen Seite. In der gleichen Weise wollten wir nun auch Bilder für den R2000 aufbereiten. Dabei aktivierten wir die Option „randlos drucken“, in der Annahme, dass wir so verhindern, dass der Drucker selbst einen Rand um das Bild legt. Im Ergebnis vergrößerte der Drucker das jeweilige Bild so, dass möglichst viel vom Bild gedruckt wurde. Dabei ignorierte der Drucker, den von uns vorgegebenen weißen Rand und wir erreichten genau das Gegenteil von dem, was wir vorhatten. Wir konnten das Missverständnis aber umgehend beheben und haben das Bild in der tatsächlich gewollten Größe angelegt und – ohne die Option ‚randlos drucken‘ – zentriert gedruckt. Nun hatten wir genau das, was wir wollten.

Nicht getestete Funktionen

Den Rollendruck und das Bedrucken von CD- und DVD-Rohlingen haben wir nicht getestet. Der Drucker war ausschließlich per USB angeschlossen. Die optionalen Anschlussmöglichkeiten im Netzwerk via Ethernet-Kabel oder drahtlos über die WiFi-Schnittstelle (z. B. für das iPad) kamen nicht zum Einsatz.

Fazit

EPSON weckt mit dem R2000 hohe Erwartungen, die der Drucker in unserem Test in allen Belangen voll zu befriedigen wusste:

  • Die Installation ist zügig und mühelos erledigt.
  • Das Drucken erfolgt schnell und sehr leise.
  • Die Druckqualität ist sehr hoch und über jede Kritik erhaben.
  • Der Drucker entpuppte ich als ein klasse Gerät, das sehr viel Lust auf sehr viel Mehr machte und unsere volle Begeisterung zu wecken vermochte.

Leider war der knappe Testzeitraum viel zu schnell vorüber und wir haben den Drucker nur schweren Herzens an die Kollegen des FotoTeams Rhein-Ruhr weitergegeben. Wir bedanken uns jedenfalls bei EPSON Deutschland und dem DVF, dass wir an dieser Testaktion teilnehmen durften. Und eine kleine Hoffnung haben wir ja noch: Am Ende der Testaktion darf einer der drei beteiligten Clubs diesen tollen Drucker behalten. Und vielleicht ist Fortuna ja auf unserer Seite.

Die Meinung der Tester

Hier abschließend persönliche Einschätzungen von Clubmitgliedern, die sich am Test beteiligten:

Reiner Gruhle: Es ist schon etwas besonderes, die eigenen Fotos im Format DIN A3 oder sogar A3+ selbst ausdrucken zu können. Hierfür ist der R2000 genau das richtige Werkzeug. Ein schneller, leistungsfähiger Drucker, der unheimlich viel Spaß macht – und das zu einem fairen Preis. Aus meiner persönlicher Sicht gibt es eigentlich nur ein Argument, das gegen den R2000 spricht: Der R3000 ist wohl noch besser für das FineArtPrinting geeignet. Wer hochwertige Fotodrucke selber anfertigen möchte, die auch den Vergleich auf Wettbewerbsebene nicht scheuen müssen und voll ausstellungstauglich sind, liegt beim R2000 genau richtig.

Detlef Heinemann: Besondere Beachtung fand bei mir die Qualität der s/w Vergrößerungen - gute Schärfe - gute Grauwerte. Diese Werte wurden bereits ohne wesentliche Eingriffe in der Vorbereitung erreicht, d. h. die durch die Kamera vorgegebenen RAW Daten wurden ohne wesentliche Änderung an den Drucker weitergegeben. ‘Well done, EPSON Drucker!‘

Michael Lamberty: Die Nutzung der beigelegten Software ist für den versierten Nutzer nur bedingt zu empfehlen. Die besten Ergebnisse wurden mit den spezifischen ICM-Profilen in ADOBE Photoshop erzielt. Auch Druckerpapiere anderer Hersteller lieferten exzellente Druckergebnisse.

Petra Limmer: Sauberer satter Ausdruck mit scharfen Kantenverläufen, gute Grauwerte, Bedienung des Druckers einfach, sinnvolle Bedienung der Drucker-Software nur mit Studium des Handbuchs (Direkthilfe wäre wünschenswert!). Ausdruck aus Bildbearbeitungsprogramm (PSE9) überzeugend bei Verwendung eines korrekten Profils.

 

Weitere Informationen

Letzte Änderung am Dienstag, 13 Dezember 2011 00:37

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