Clubausflug 2018 nach Luxemburg – ein kleiner Rückblick

Foto: Monika Seidel

Erstmals hatten wir uns für den Clubausflug 2018 ein Ziel ausgesucht, das nicht in Deutschland liegt: die Stadt und ein winziger Teil des Landes Luxemburg sollten es sein. Mitte Juni ging es los.

 

Donnerstag – die „Streberinnen“ vorab im Müllertal

Schon im vergangenen Jahr hatten ein paar von uns die Gelegenheit genutzt, das verlängerte Wochenende auf eigene Faust noch einmal zu verlängern. Und auch diesmal fuhren wir in einem „Drei-Mädel-Auto“ bereits am Donnerstag los, um noch einen weiteren Aspekt von Luxemburg anzusehen.

 

Ziel war die Region Müllerthal, die von den Tourismusverbänden auch gerne als „kleine Luxemburgische Schweiz“ bezeichnet wird. Gegen halb zwölf trafen wir in der kleinen Siedlung Müllerthal ein, die der Region ihren Namen gegeben hat. Gerade pünktlich, um uns im dortigen Restaurant „Heringer Millen“ einen leckeren Imbiss als Stärkung zu gönnen.

 

Im Info-Laden des Tourismusverbands erfuhren wir dann, dass wir die eigentlich geplante kleine Wanderung nicht machen konnten: Etwa 14 Tage vorher hatten Flutwellen, durch heftige Gewitter ausgelöst, die meisten der Wanderwege und Brücken weggespült oder unpassierbar gemacht. Vermutlich wird noch der gesamte Sommer für die Aufräum- und Sicherungsarbeiten benötigt werden. So stellten wir das Auto auf einen Wanderparkplatz und spazierten die Straße entlang zu einem kleinen, aber hübsch gelegenen Wasserfall (die „große“ Schweiz würde diese Stufe im Bachbett allerdings vielleicht nicht einmal erwähnen). Wir konnten jedoch jede Menge Spuren von der Gewalt des Wassers zwei Wochen zuvor sehen und waren froh, dass für uns die Sonne durch die Bäume schien. Und mit der Kamera greifbar in der Hand kann auch ein knapper Kilometer hin und zurück einen ganzen Nachmittag dauern.

 

Die Fahrt in unser Quartier führte uns zurück über die Grenze rheinland-pfälzische Irrel. Und obwohl es am frühen Abend leicht zu regnen begann, zog es zwei Unermüdliche noch einmal hinaus zu den Irreler Wasserfällen. Die uns auch noch einmal mit reichlichen Motiven für unsere Ausdauer belohnten.

 

 

Freitag – „Must see“ in Luxemburg Stadt

 

Am Freitag um halb elf war nun Treffpunkt der gesamten Reisegruppe – leider nur insgesamt sechs Mitfahrer – direkt in unserem Hotel, wo wir Autos und Koffer erst einmal abstellten und uns mit dem Linienbus zur Erkundung der Stadt aufmachten.

 

Luxemburg – das Zentrum jedenfalls – ist sozusagen zweistöckig. Die Stadt liegt auf mehreren Plateaus und in den Tälern dazwischen, mit steilen Felsen, Höhenunterschieden von bis zu 60 Meter, alten und neuen Talbrücken, alten Festungsanlagen und modernen Bürogebäuden. Die Distanzen sind überschaubar, die Auf- und Abstiege durchaus spürbar.

 

Auch heute ließen wir den Fototag mit einer Stärkung beginnen, in einem Café an der Place d’Armes in der Fußgängerzone. Dann schlenderten wir weiter durch die Oberstadt mit ihren Plätzen, Passagen und dem Großherzogspalais. Das Bürgerbüro, untergebracht in einem architektonisch interessanten Neubau, der das alte Rathaus und eine weiteres historisches Gebäude verbindet, hielt uns ein Weilchen fest. Einige Zeit verbrachten wir auch in den zum UNESCO Welterbe zählenden Kasematten, wo unsere Gruppe sich beinahe in den dunklen Gängen verlor.

 

Weiter ging es über den Chemin de la Corniche (Werbeslogan „Europas schönster Balkon“) hinunter in den Stadtteil Grund. Luxemburgs anständige Höhenunterschiede und der fortgeschrittene Nachmittag veranlassten uns, nach unserer Pause mit dem Aufzug zurück in die Oberstadt zu fahren. Ziele für den nächsten Tag hatten wir unterwegs bereits ausgemacht. Mit dem Bus fuhren wir dann zurück ins Hotel, in dessen Restaurant wir uns auch zum Abendessen verabredet hatten.

 

Dann gab es noch Unentwegte, die in der einsetzenden blauen Stunde die Festungsanlagen des Kirchberg-Plateaus oder die beleuchtete Philharmonie erkundeten.

 

Samstag – wir vertiefen die Bekanntschaft

Unser Hotel bot zwar ein fantastisches Frühstücksbuffet, aber auch zu fantastischen Preisen. So zog es uns am Samstag schon beizeiten hinüber in die Altstadt, das Frühstück in einem der vielen Cafés einzunehmen.

 

Fast hätte uns ein Flohmarkt auf einem der Plätze aufgehalten, aber wir hatten uns ja gestern vorgenommen, auf unserem heutigen Spaziergang in der Kathedrale der Stadt vorbeizuschauen. Weiter ging es erst zu einem der Aussichtpunkte, auf einem Teil der Festungsanlagen am Rande des Petrusse-Tals gelegen, von dort dann treppab ins Grüne dieses Tals. Dort genossen wir bald den Blick von unten am Viadukt; einer der vielen Brücken, aus dem 19. Jahrhundert, gemauert, und 44 Meter hoch. Der dort gelegene Skate-Park ist ein netter Kontrast.

 

Der Bus und die Standseilbahn brachten uns wieder zurück auf das Kirchberg-Plateau. Genauer gesagt: in das Bistro des Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean, kurz MUDAM, zu unserem Mittagstreff. Dieses Museum, gestaltet von dem chinesisch-amerikanischen Architekten Ieoh Ming Pei (bekanntestes Werk: die Pyramide des Louvre in Paris), ist ein Leckerbissen für Architekturfotografen. Der Besuch lohnt sich, selbst wenn jemand die ausgestellten Werke zeitgenössischer Kunst nicht mögen sollte. (www.mudam.lu)

 

Der Nachmittag „stand zur freien Verfügung“, wie das manchmal in Reiseprospekten heißt. Wir erkundeten, jeder für sich, weitere Aspekte der Stadt: das Museum, die Philharmonie, die Festungen am Plateau, Pfaffenthal und den Panoramaufzug, usw.

 

Abendtreff war dann in einem Restaurant am Rande der Altstadt. Das bot uns Gelegenheit, anschließend das Abendlicht und die Beleuchtung von Altstadt und Festungsanlagen sowie das rege Leben des Sommerabends auf den Straßen und Plätzen der Oberstadt fotografisch zu erkunden.

 

Sonntag – der Festtag für „Schrott-Fotografen“

Am Sonntag führte uns der Weg gleich morgens aus der Stadt Luxemburg heraus in den Süden des Landes, in die Gegend, die das „Land der roten Erde“ genannt wird, wegen der eisenhaltigen Böden. Es ist eine Gegend von Eisenerzbergbau und Verhüttung, aktiven Stahlwerken und aufgelassenen Gruben. Einige Anlagen werden als Denkmale der Industriekultur bewahrt, so auch der Fond de Gras bei Differdingen-Niederkorn.

 

Der Fond de Gras ist eine ehemalige Eisenerzmine mit ihrem Bahnhof, der einst zum Umladen des Erzes und zum Transport in die umliegenden Verhüttungswerke diente. Seit den 1960er Jahren stillgelegt, wurde die Gleisanlage ab den 1970er Jahren von Vereinen zum Teil reaktiviert. Eisenbahnfreunde restaurieren dort mit viel Liebe alte Dampf- und Diesellokomotiven und Waggons verschiedenster Art. Das Gelände mit einer großen Menge von Loks, Waggons und Loren ist jederzeit frei zugänglich, an den Sonn- und Feiertagen von Mai bis September gibt es einen Fahrbetrieb zu den umliegenden Orten, und die Gebäude sind geöffnet (Mehr unter www.minettpark.lu).

 

Insbesondere die drei oder vier Gleise voller Veteranen, die ihrer Restaurierung entgegenschlummern, boten uns – nebst botanischer und tierischer Begleitung – eine Fülle an Motiven.

 

Gesättigt von einem Wochenende voller Eindrücke machten wir uns am Nachmittag schließlich auf den Heimweg – über fast freie Autobahnen. Der Rest der Nation schaute den DFB-Kickern bei ihrer ersten WM-Niederlage zu.

 

Das obligatorische Gruppenfoto: Gabriela Scholl, Rolf Braumann, Monika Seidel, Gabi Otterbach, Danielle Switala, Werner Otterbach
Das obligatorische Gruppenfoto: Gabriela Scholl, Rolf Braumann, Monika Seidel, Gabi Otterbach, Danielle Switala, Werner Otterbach

Bericht: Monika Seidel

 

Bilder: Rolf Braumann, Werner Otterbach, Gabi Scholl, Monika Seidel, Danielle Switala