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Buntsandstein, Bunker und Hoorische Knepp

Foto: Ingrid Stollenmayer
Foto: Ingrid Stollenmayer

Rot war die beherrschende Farbe beim Clubausflug vom 17. bis 19. Mai 2019 ins Dahner Felsenland. Zwar leuchtete das noch junge Grün im Pfälzer Wald kräftig und bildete oft den farblichen Gegenspieler zum all gegenwärtigen Buntsandstein. Doch die allgegenwärtigen Felsformationen, die namensgebend für die Region sind, dominierten in unserer Wahrnehmung - und das nicht nur wegen ihrer nuancenreichen Rottöne sondern auch wegen ihrer Vielfalt und bisweilen bizarren Formen.

 

Die Teilnehmer (von links): Werner Otterbach, Gabi Otterbach, Danielle Switala, Monika Seidel, Ingrid Stollenmayer, Peter Strollenmayer, Reiner Gruhle. Reinhard Switala, Rolf Braumann (es fehlen Fritz Blaul und Frau)
Die Teilnehmer (von links): Werner Otterbach, Gabi Otterbach, Danielle Switala, Monika Seidel, Ingrid Stollenmayer, Peter Strollenmayer, Reiner Gruhle. Reinhard Switala, Rolf Braumann (es fehlen Fritz Blaul und Frau)

Freitag: Trilogie aus drei Burgruinen

Nach dem Einchecken im Hotel Eyberg in Dahn machten wir uns auf zur Dahner Burgengruppe, die aus der Burg Altdahn sowie den Burgen Grafendahn und Tanstein besteht. Auf dem Weg nutzen wir die Gelegenheit zu einem Imbiss in der Burgschänke Altdahn.


Es ist nicht einmalig aber immerhin selten, dass mehrere Burgen - unabhängig voneinander - am selben Platz errichtet wurden. Leider wurden alle drei im Laufe der Jahrhunderte zerstört, sodass nur noch Rudimente vorhanden sind. Diese lassen aber gut erkennen, wie die Burgen direkt in und auf den Felsen gebaut wurden. Und wie so oft erklärt der tolle Ausblick, warum die Burgen an dieser Stelle standen.

 

Neben dem morbiden Charme der Burgruinen waren auch die Verwitterungsspuren der Sandsteinfelsen äußerst interessant. Die exponierten Felsen und Ruinenmauern sind ein Refugium für wärmeliebende Pflanzen und Tiere, wie z. B. Mauereidechsen.

 

 

Da die Wettervorhersage für das Wochenende nicht viel versprechend waren, änderten wir unsere Planung kurzentschlossen und besuchten im Anschluss den Teufelstisch in Hinterweidenthal. Dieser stand eigentlich für Sonntag auf unserem Plan, doch hätten wir es als sehr schade empfunden, wenn dieser Programmpunkt möglicherweise wegen schlechten Wetters hätte ausfallen müssen.  Die Planänderung erwies sich in zweierlei Hinsicht als klug. Zum einen waren außer uns keine anderen Besucher (mehr) da, so dass wir ungestört fotografieren konnten. Zum anderen präsentierte sich der Teufelstisch in wunderbar warmen Abendlicht und der Sandstein leuchtete herrlich rot.

 

 

In direkter Nachbarschaft zu unserem Hotel befindet sich der Sportpark Dahn. In der zugehörigen Pizzeria ließen wir den ersten Tag mit einem leckeren Abendessen und netten Gesprächen zufrieden ausklingen.

Samstag: Unterwegs auf dem Dahner Felsenpfad

Das Hotel war gut gewählt, denn direkt angrenzend findet sich ein Einstiegspunkt für den "Dahner Felsenpfad" — ein Rundweg, der je nach gewählter Strecke auf eine Länge von bis zu 12,5 km zu verschiedenen Felsen um Dahn führt. Da wir ausreichend Zeit zum Fotografieren brauchten und ja keine Wandergruppe im eigentlichen Sinn waren, wählten wir eine mittlere Wegstrecke. Diese bot allerhand sehens- und fotografierenswerte Steinformationen und weitere Motive.

 

Für eine zünftige Mittagsrast führte der Weg über die Dahner Hütte des Pfälzerwald-Vereins Dahn. Das Wetter hielt sich zum Glück nicht an die Prognose und es war ein recht schöner Tag. Das führte allerdings auch dazu, dass die Hütte einen deutlich größeren Zuspruch erfuhr, als von den Betreibern erwartet. Das hatte leider sehr lange Wartezeiten am Ausschank zur Folge. Leckerer Kuchen oder deftige regionale Gerichte entschädigten dann für die Mühsal des Wartens. So gestärkt ließ sich der Rückweg zum Hotel leicht an.

 

Nach der Rückkehr wurde die Zeit unterschiedlich genutzt. Einige Eifrige waren der Felsen noch nicht überdrüssig und machten sich sogleich auf, um den oberhalb des Hotels gelegenen Wachtfelsen aufzusuchen. Andere ließen es etwas ruhiger aber nicht minder spannend angehen — der Verfasser dieser Zeilen beispielsweise verfolgte die Schlussphase im Finale der Fußballbundesliga im Radio.

 

 

Zum Abendessen trafen wir uns im Restaurant Wasgauperle in Dahn, das zwar fußläufig  vom Hotel entfernt liegt. Da nun doch der angekündigte Regen einsetzte, war es allerdings nix mit einem gemütlichen Spaziergang zum Restaurant. Sehr leckere Gerichte und guter Wein bildeten einen ausgewogenen Schlusspunkt für den zweiten Tag.

 

Sonntag: Schauriges Mahnen an einem ‚Lost Place‘

Am Sonntagvormittag stand die Area one auf dem Plan — das aufgelassene, ehemalige Hochsicherheitsareal des
Sonderwaffenlagers Fischbach. Ein Gebäude mit nicht begehbarem Aussichtsturm sowie mehrere Bunker gehören zur Anlage, die ehemals aus über zweihundert Gebäuden bestand, die zwischenzeitlich abgerissen wurden. Der Verein IG Area One e.V. bemüht sich, das Areal als Lern- und Erinnerungsort für die Zeit des Kalten Krieges zu erhalten. Zur Zeit läuft noch das Denkmalschutzverfahren.

 

Gebäude und Bunker sind vollständig ausgeräumt und wie zahlreiche andere 'Lost Places' mit zahlreichen Graffiti 'verziert'/verunstaltet. Die sind nur zum Teil sehenswert, doch ganz ohne wäre das Gebäude aus fotografischer Sicht sicherlich langweilig.

 

 

Zum Mittagessen suchten wir in der benachbarten Gemeinde Ludwigswinkel eine Möglichkeit zur Einkehr und fanden mit dem Gasthaus Zum Landgrafen ein uriges Restaurant mit deftiger, aber hervorragender lokaler Küche. Die Speisekarte bietet z. B. hausgemachte Wildschweinbratwürste oder Hoorische Knepp. Diese Kartoffelklöse sind gefüllt mit einer Hackfleischfüllung oder ungefüllt eine regionale Spezialität (auch im benachbarten Saarland). Satt und zufrieden traten wir im Anschluss die Heimreise an.


Tolle Vorbereitung

Unsere Mitglieder Ingrid und  Peter Stollenmayer hatten den Plan für den Clubausflug liebevoll und detailliert ausgearbeitet und tolle Ziele herausgesucht. Auch Ersatzziele für schlechtes Wetter standen auf der Liste, waren aber zum Glück nicht notwendig.

 

Herzlichen Dank an Ingrid und Peter für die klasse Vorbereitung!


Ein Bericht von Reiner Gruhle.